„Unkonventionell“ ist mein zweiter Vorname

Eine liebe Freundin, nämlich Nora Hodeige von Leben-mit-ohne hat mir einen wichtigen Kommentar unter einen meiner Posts geschrieben. Nämlich, dass ihre Einschätzung ist, dass ich jeden Menschen dazu ermutigen und ermuntern möchte, es genau so zu machen, wie er oder sie es für richtig hält. Dass es mir wichtig ist, dass jede/r das Recht hat, den eigenen, perfekt passenden Weg zu wählen und dass ich den Menschen vorleben möchte, dass es gerne auch mal unkonventionell sein darf und dass man auch damit super erfolgreich und vor allem glücklich sein kann.

Japp, damit liegt sie richtig. Mir ist es wichtig, meinen eigenen Weg zu finden, mit dem ich mich wohlfühle. Das kann und darf im nächsten Monat auch ganz anders aussehen, aber ich verliere nie das große Ziel aus den Augen.

Ziel: Diplom in Psychologie

Mein Studium hat echt lange gedauert, weil ich gar kein Abitur hatte. Das musste ich nämlich erst mal nachholen. Und zwar per Fernkurs, weil ich mit zwei Kindern und einer Oma, die ich damals pflegte, keine Gelegenheit für eine Abendschule hatte. Das Ziel „Diplom“ hatte ich schon ganz, ganz lange. Begonnen habe ich dann etwa 1990 – um 2006 endlich dort zu sein, wo ich hin wollte. Ja, manchmal dauert es etwas länger, wenn man nebenbei auch noch leben will. Aber ich war immer noch viel schneller als alle die, die sagten „DAS würde ich aber auch gerne machen!“ und dann gar nicht erst angefangen haben, weil sie ihre eigenen Ausreden geglaubt haben.

Ziel: Mittlere Reife

Aber ich war auch schon früher so. Die letzten Schuljahre war ich nur ganz, ganz selten anwesend. Im Gegensatz zu allen anderen schwänzenden Schülern war ich aber da, wenn Klassenarbeiten anstanden 🙂 Das war irgendwie eine ganz rationale Entscheidung von mir. Ich hatte zu dieser Zeit keinerlei Bock auf Schule, ABER ich wollte den Abschluss. Also habe ich daheim gelernt (was ich sehr gut konnte) und war nur in der Schule, um die nötigen Arbeiten zu schreiben. Hat geklappt.

Ziel: Fachgehilfenbrief – und danach sofort ein Baby

Was auch geklappt hat: ich begann eine Ausbildung als Fachgehilfin für steuer- und wirtschaftsberatende Berufe. Eigentlich war die damalige Ausbildungszeit 3 Jahre. Das wollte ich aber nicht, weil ich ja schnellstmöglich = direkt nach der Ausbildung ein Baby wollte. Bekanntermaßen bin ich ja nicht die Allergeduldigste. Ich habe mich dann gleich mal über die Ausnahmen informiert 🙂 Auch hier wieder war das Ziel, den Abschluss, also den Fachgehilfenbrief, zu bekommen, aber in einer möglichst kurzen Zeitspanne. Denn wieder mal hatte ich keine Lust auf Berufsschule – der Job im Büro hat mir aber total viel Spaß gemacht. Nun, es gab tatsächlich die Ausnahme, dass Auszubildende mit überdurchschnittlich guten Leistungen ein halbes Jahr früher zur Prüfung zugelassen werden. Gut, dann mache ich das halt so. Blöd war nur, dass mir ja in einer 3jährigen Berufschulklasse dann im Endeffekt ein halbes Jahr Schulstoff fehlen würde. Blöd. Wollte ich nicht. Also schmuggelte ich mich irgendwie schon gleich am Anfang in die 2 1/2jährige Klasse 🙂 Keine Ahnung, wie ich das gemacht habe. Ich saß mit meinem unschuldigsten Blick ganz hinten im Klassenraum und fiel einfach nicht auf. Ging gut, weil ich leider ganz oft im Büro aushelfen musste und deshalb nicht zur Berufsschule konnte. Unauffällig kann ich. Wenn ich will. Als ich mich dann zur vorgezogenen Prüfung anmeldete, fiel das alles natürlich auf. Aber was sollten sie denn machen? Sie konnten ja nicht zugeben, dass so lange niemandem aufgefallen ist. Also: ich wurde zur Prüfung zugelassen, habe natürlich bestanden und kurz darauf meinen Sohn bekommen. Denn bei der Prüfung war ich schon hochschwanger. Alles so ganz nach Plan 🙂 Achja, übrigens war ich bei der Abitur-Prüfung auch hochschwanger – mit meinem zweiten Sohn 🙂 Gut geplant ist halb gewonnen.

Unkonventionelle Wege – find ich gut

Also hat Nora schon ziemlich recht mit ihrer Einschätzung über mich. Unkonventionelle Wege finde ich klasse. Sie müssen nur passen. Dazu darf man dann einfach mal über den Tellerrand schauen und muss nicht alles so machen, wie alle anderen es tun. Natürlich will ich niemandem empfehlen, die Schule zu schwänzen. Da wäre ich bei meinen eigenen Kindern ziemlich sauer. Aber ich habe das ja nicht gemacht, weil ich faul war. Es war nur nicht meine Art zu lernen. Wahrscheinlich habe ich viel mehr gearbeitet als alle meine Schulkameraden – nur halt einfach so, wie es für mich richtig war. Was ich auf meinem Weg auch gelernt habe: wenn andere sagen „Das geht nicht!“, dann darf man getrost weiter suchen, bis man eine andere Möglichkeit gefunden hat. Nur nicht das große Ziel aus den Augen verlieren – und eine gute Planung ist auch wichtig 🙂

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