Wir buchen nicht, wir manifestieren

Manifestieren und Gesetz der Anziehung – kennt ihr? Wir lassen uns auf den Gedanken ein, dass das, was wir uns wünschen, auch tatsächlich geschehen wird. Voller Vertrauen und voller positiver Energie fühlen wir uns ganz genau so, als wäre das, was wir da gerne anziehen wollen, schon Realität. So der Plan. Die Theorie.

Über Ostern habe ich für uns eine Auszeit im Grünen gebucht. Haus Nummer 101 (renoviert), das wir normalerweise nehmen, hätte 540 Euro gekostet. Ein anderes Haus, Nummer 20 (unrenoviert) kostet aber nur 340 Euro. Okay, 200 Euro Aufpreis für 3 Tage ist mir das nicht wert, außerdem: „Wir buchen nicht, wir manifestieren“.

Also buche ich das günstigere Haus, freue mich auf den Kurzurlaub und manifestiere ganz fest, wie ich in dem tollen, frisch renovierten und mit bequemen Möbeln ausgestatteten Haus 101 stehe und alles bewundere. Ich sehe es vor mir. Das gemütliche Sofa (statt 70er Jahre-Style in Grün und mit hohen Seitenlehnen, wo du nach einer halben Stunde jede einzelne Gräte in deinem Körper spürst), die neue Küche (bisher in Pril-Gelb und eher spartanisch eingerichtet) und unser geliebter Kamin (der darf gerne bleiben, wie er ist). Cool, fühlt sich toll an. Ich höre die Dame der Anmeldung sagen: „Frau Schmitt, wir haben ihren Aufenthalt hier etwas upgegradet. Es gab ein Problem mit der Belegung und nun bekommen Sie ohne weiteren Aufpreis das teurere Haus. Schönen Urlaub wünschen wir Ihnen!“

Ha! Auftrag ans Universum ist raus. Vorsichtshalber schreibe ich der freundlichen Dame am Empfang noch, dass ich mich wirklich sehr gefreut hätte, das Haus Nummer 101, das wir schon seit Jahren nehmen, nach der Renovierung zu sehen und wie schade es ist, dass dafür 200 Euro zusätzlich berechnet werden würde. Sicher ist sicher. Man kann ja schon mal ein bisschen nachhelfen, damit das Universum auch wirklich versteht, was man will.

Thema erledigt. Jetzt was ganz anderes. Vorgestern Check-in bei einer Fortbildung in Köln. Ich freue mich riesig auf das Wochenende. An der Rezeption höre ich dann, dass mein Zimmer, die Nummer 719, leider noch nicht fertig ist und ich deshalb auch erst ab 15 Uhr rein kann. Kein Problem, wir machen noch einen gemütlichen Altstadtbummel. Wir kommen zurück und ich möchte meine Zimmerkarte haben. Sagt doch tatsächlich die nette Frau an der Rezeption zu mir: „Tut mir sehr leid, der Gast von Zimmer 719 bleibt länger. Deshalb bekommen Sie Zimmer 431. Sie haben also ein kostenloses Upgrade bekommen, weil es ein größeres und schöneres Zimmer mit viel mehr Platz ist!“

Hm…. Warte mal, Universum. Da hast du was falsch verstanden. Mir hätte das kleine Zimmer ja gereicht. Das Upgrade war doch für die Osterferien bestellt und nicht für das Fortbildungswochenende…..

Und was schreibt mir die nette Dame der Rezeption im Ferienpark für Ostern zurück? „Liebe Frau Schmitt, es freut uns sehr, dass Sie uns schon so lange die Treue halten. Wenn das Haus nicht belegt ist, dann können Sie es sich gerne mal kurz von Innen anschauen!“

Irgendwie hab ich da beim Manifestieren einen klitzekleinen Fehler gemacht. Ich habe vor meinem inneren Auge gesehen, wie ich die neuen Möbel bewundere und den modernen Style. Ich habe NICHT gesehen, dass ich noch Jacke und Schuhe anhabe und gleich wieder raus muss und dass der Angestellte schon mit dem Haustürschlüssel hinter mir klappert, weil ich nur 3 Minuten Besichtigungszeit habe. Ich muss das definitiv noch üben!

www.gabischmitt.com

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