Du schaffst das

Seit ein paar Tagen überlege ich an einer Ordnungschallenge für die Teilnehmer meiner Facebookgruppe „Cool im Chaos„. Sie wünschen sich eine Challenge und ich überlege hin und her, wie ich das denn gestalten könnte, damit sich auch wirklich NIEMAND überfordert fühlt.

Denn das ist ja schon das Hauptstück der Probleme an sich:

man geht sie nicht an, weil man sich schon im Vorfeld überfordert fühlt.

Ist doof, oder? Man hört schon auf, bevor man begonnen hat. Man möchte etwas zum Besseren verändern, macht sich Pläne und überlegt sich Strategien. Und auf diesem Weg – irgendwo – macht sich ein flaues Gefühl im Magen breit. Das möchte man nicht haben. Das ist total unschön. Also….. schiebt man den Gedanken mal ganz schnell und ganz gründlich nach hinten…..weit, weit weg.

So erklärt man sich das auch selbst: das war nicht das Richtige. Man hat sich ja schon gleich am Anfang so überfordert gefühlt. So ein blödes Gefühl, das kann ja nicht richtig sein. Da kommt ja nix raus.

Also lässt man das geplante Unternehmen sein, damit wenigstens dieses unangenehme Gefühl aufhört, wenn schon nicht das Problem. Denn das besteht ja dooferweise weiter. Und wie Probleme so sind, die gehen meist nicht von alleine weg. Sie haben im Gegenteil auch noch die Veranlagung, sich auszubreiten und zu vergrößern. Aber da wollen wir jetzt gerade nicht dran denken. Nicht jetzt, nicht heute. Auch wenn wir eigentlich WISSEN, dass die Geldprobleme immer größer werden, wenn wir die Rechnungen nicht bezahlen, ja, wenn wir sogar die Mahnbriefe nicht mehr öffnen. Wir machen doch gerne die Augen noch mal kurz zu und schieben die Post unter den nächsten Stapel. Wenn wir sie nicht sehen…. dann sind sie nicht weg, aber wir können uns doch heute mal einen geilen Tag in der Stadt machen mit Eisessen gehen, mit einem schicken Shirt und einem neuen Parfum. Hebt die Stimmung und schon sind alle Geldsorgen weg – nämlich verschwunden. Verschwunden im großen Stapel. Dann fühlen wir uns gut – das MUSS ja richtig sein. Das liest man doch überall. Man soll sich was gönnen, man soll sich entspannen, man soll sich gut fühlen…..

Wir vermeiden also das kurzfristige schlechte Gefühl und halsen uns damit langfristig einen richtigen Berg an Problemen auf, der immer weiter wächst, wenn wir ihn nicht angehen. Die Schulden werden durch Mahngebühren, Zinsen und Inkassogebühren immer größer. Die Unordnung in der Küche verschwindet auch nicht von alleine. Im Gegenteil, dreckiges Geschirr bekommt bekanntlich Nachwuchs und irgendwann ist zumindest der Geschirrschrank schön ordentlich – nämlich leer. Der Chef wird auch nicht milder gestimmt, wenn er uns nachlaufen muss und die Lehrer der Kinder sind auch nicht begeistert, wenn sie uns erst auf der Abschlussfeier kennen lernen.

Irgendwann macht es Schepperklirrkaputtfix und der ganze Haufen kracht mit enormem Getöse zusammen. Dabei wäre es doch ganz einfach – oder zumindest einfacher gewesen, wenn man gleich zu Anfang mal den ersten klitzekleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht hätte. Man rollt nach dem Anfang sozusagen von alleine das nächste Stückchen weiter – irgendsoein physisches Gesetz ist damit verbunden, das ich noch nie kapiert habe. Aber das interessiert das Gesetz nicht, es funktioniert ja trotzdem. Mit meinen Worten: „es“ kommt ins Rollen. Und rollt weiter und weiter und weiter… „. Wir müssen nur dafür sorgen, dass es in die richtige Richtung rollt.

Was hält uns also tatsächlich von einem entspannten Leben ab? Einem Leben, in dem wir unsere Wohnung, unsere Finanzen und uns selbst in bester Ordnung haben? Im Endeffekt ja doch nur das doofe Gefühl, das uns vom richtigen Handeln abhält. Es ist einfach dieses Gefühl, das weg soll. Was sagt denn dieses Gefühl, dass es uns damit so überfordert? Es sagt:

  • „Du schaffst das ja eh nicht!“
  • „Du hast doch schon 10x damit angefangen und es hat nie geklappt.“
  • „Du hast doch immer schon so chaotisch gelebt.“
  • „Du? Im Ernst? Niemals!“
  • „Du bist nicht gut genug!“
  • „Alle anderen sind viel besser als du!“
  • „Du hörst ja doch nach der ersten Begeisterung sofort wieder auf!“
  • „Haha“

Und dann kommt:

  • „Ach, hör auf mit dem Blödsinn und leg dich auf´s Sofa. Deine Serie fängt gleich an! Danach kannst du ja immer noch starten – wenn du es dann noch willst!“

ICH sage dir jetzt etwas ganz anderes: „Du wirst das schaffen. Du bist gut genug und du bist genau so gut wie alle anderen. Nicht besser und nicht schlechter. Du brauchst nur die richtige Strategie.

Du brauchst nur die richtige Strategie!

Was ist die richtige Strategie? Die richtige Strategie hört sich gut an und sie fühlt sich gut an. Sie kostet keine Überwindung, weil du innerhalb von 3 bis 5 Sekunden damit anfängst und deshalb gar keine Zeit hast, auf diese fiese Stimme in deinem Kopf zu hören. Die richtige Strategie hat so kleine Schritte, dass du die Handlungen schneller ausgeführt hast, als diese negative Stimme in deinem Kopf überhaupt das erste Wort gefunden hat. Sie hat noch nicht mal den Mund aufgemacht und du bist schon im Tun. Du hebelst sie quasi aus, indem du einfach zuerst etwas machst, was die Stimme überlagert. Nachher kann sie ja rumquaken, aber dann hat sie einfach unrecht: „Du hast es ja schon geschafft! Hurra!“ Das ist dann die zweite Stimme. Die gute, positive Stimme. Die, die dich unterstützt. Die, die wir hören wollen. Die, die dir sagt, dass du toll bist und dass du alles schaffen kannst.

So einfach soll das sein? Nun ja, es WIRD einfach. Der Anfang ist immer etwas ungewohnt. Ich sage bewusst „ungewohnt“ und nicht „schwer“. Es geht darum, Routinen aufzubauen.

Es müssen kleine, einfache Routinen aufgebaut werden.

Routinen, die einfach von alleine ablaufen und über die man gar nicht mehr nachdenken muss. Denn wenn man nicht nachdenkt – dann hört man die negative Stimme im Kopf auch nicht. Und wie das so ist, wenn man erzählt und erzählt und erzählt und niemand hört einem zu: irgendwann hält man die Klappe! Da wollen wir hin. Das ist das Ziel. Deshalb wollen wir uns Routinen aufbauen, die dafür sorgen, dass es später von ganz alleine läuft. Ohne Anstrengung. Quasi unbewusst. Und die Routinen bauen wir uns gemeinsam auf. Deshalb schaut in meine Gruppe „Cool im Chaos“.

 

 

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