Und nun das Ergebnis meiner höchstpersönlichen „Urlaubs-Challenge“

Daheim – schon seit einer Woche. Und? Irgendwelche tiefgreifenden Erkenntnisse gehabt? Die Erleuchtung gekommen? Wahnsinnig interessante Ideen für die Zukunft?

Nein, es waren eher ganz kleine Kleinigkeiten, die mir wichtig genug erscheinen, immer mal wieder darüber nachzudenken. Fazit ist nämlich tatsächlich: ich habe mich noch nie nach einem Urlaub so gut erholt gefühlt. Und dieses Gefühl hält sogar noch an – auch wenn der Alltag natürlich schon wieder über uns eingekracht ist. Meine Mitarbeiterin ist ausgefallen – Mehrarbeit für uns alle. Wäsche, Post und leerer Kühlschrank. Arzttermine, Physiotherapie und wichtige Telefonate. Kennt man ja. Und heute am Sonntag habe ich als allerallererstes unseren Perserkater geschoren. Gestern schon den Hund. Sowas muss man im Urlaub nun mal nicht machen. Trotzdem habe ich tatsächlich das Gefühl, dass ich sozusagen noch mit einem Bein in Holland bin. Was ist anders? Was habe ICH anders gemacht?

Man kann sich auch mal was gönnen. Es war eine richtig gute Idee, statt eines Mobilheims „unser“ Haus zu mieten, in dem wir schon 3 oder 4x waren. Klar, wenn die finanzielle Frage lautet: daheim bleiben oder Mobilheim?, dann bin ich ganz beim Mobilheim und genieße jeden Tag dort. Aber wenn es ein kleines bisschen mehr sein darf (in diesem Fall waren es etwa 70 Euro für eine Woche), dann lautet die Frage: Mobilheim oder Haus? Und da war ich ehrlich gesagt sehr glücklich mit dem Haus. Eingezäunter Garten (was heißt, dass man den Hund nicht anbinden muss, wenn man draußen ist, sondern ihn einfach laufen und spielen lassen kann). Wunderschönes großes Schlafzimmer mit Riesen-Fenster und anständigen Matratzen. Eigenes Zimmer für jedes Kind. Viel Platz im Wohnzimmer mit Ledersofa und Lese-Ecke. Das Meer direkt vorm Haus. Weiher mit Enten im Garten. Für andere wäre das wohl gar keine Überlegung, aber ich bin manchmal etwas geizig veranlagt, so dass ich mir den Mehrwert vor Augen halten muss. Und der ist manchmal unbezahlbar.

Familienzeit ist Qualitätszeit. Irgendwie hatten wir dieses Mal die genau richtige Mischung zwischen Ausflügen und Faulenzen. Warum? Keine Ahnung. Wenn ich aber laut nachdenken müsste, dann glaube ich, dass jedes Familienmitglied sich einfach Mühe gegeben hat. Mühe beim gemeinsamen Einkaufen/Kochen/Abwaschen/Aufräumen. Mühe bei der Entscheidung, ob ich jetzt mein eigenes Ding mache oder doch lieber etwas mit allen anderen. Mühe beim Umgangston und bei der guten Laune. Dann kann man auch eine Küche überstehen, die plötzlich unter Schaum steht. Oder laute Lieder – selbst gesungen – im Auto. Oder einen Hafen, der unter Wasser steht. Wenn sich jeder etwas Mühe gibt, dann sorgt die Gruppendynamik für viel Spaß. Die Energie ist einfach gut und zieht auch denjenigen mit, der gerade etwas abdriften will.

Achtsamkeit richtet den Blick auf Kleinigkeiten, die wichtig für das große Ganze sind. Nein, ich war nicht die ganze Zeit achtsam und reflektiert. Aber selbst die kleinen Zeitspannen, in denen es mir gelungen ist, aufmerksam auf das zu achten, was um mich herum und in mir drinnen passiert, haben etwas verändert. Wieviel kann sich denn dann verändern, wenn man es richtig kann und auch beständig praktiziert?

Fazit: ich habe nicht viel geändert und trotzdem hat sich einiges getan. Ich fühle mich mehr erholt als in jedem anderen Urlaub. Normalerweise habe ich auch ein Abreise-Problem. Wenn wir 14 Tage weg sind, fange ich spätestens am 7. Tag an zu quengeln wie ein Kleinkind, dass ich noch bleiben will. Mein Mann muss da wirklich gute Nerven haben. Manchmal habe ich das Gefühl, er müsste mich von der Palme abzupfen, an der ich mich festklammere. Schlechte Laune und manchmal sogar Tränen inklusive. Warum? Weil ich mich schon IM Urlaub auf die Arbeit und die Probleme NACH DEM URLAUB konzentriere. Also das Gegenteil von ACHTSAMKEIT. Auch diesmal kamen die Gedanken, dass schon die Hälfte des Urlaubs vorbei ist – ich habe sie einfach weg geschoben und mich auf den Augenblick konzentriert. Und der war TOLL. So war dann auch die Heimfahrt total easy und gar nicht anstrengend. Und das Urlaubsgefühl darf auch noch gerne etwas anhalten.

 

 

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