Kleine Schritte

Ich plädiere ja immer für kleine, machbare und bequeme Schritte – oder „Schrittchen“. Denn egal, wie klein diese Schritte sind, man kommt immer noch weiter damit als die Menschen, die sitzen bleiben. Manchmal erstaunt es mich selbst, wie klein sie tatsächlich sein müssen…..

Folgendes Szenario: es ist frühmorgens. Nachmittags hat sich ein wichtiger Besuch angekündigt. Also: die Wohnung sollte möglichst sauber sein. Gestern war die Putzfrau für volle 4 Stunden hier und alles hat geglänzt. Wie es bei uns halt so ist: jetzt steht das schmutzige Geschirr in der Küche vom Abendessen und vom selbstgebackenen Kuchen. Irgendjemand hat aus der Waschküche zwei volle Körbe Wäsche mit hochgebracht, die jetzt dekorativ auf der Gefriertruhe stehen. Im Bad liegen Handtücher von Vorabend und Morgen rum, gerne auch auf dem Boden neben der Schmutzwäsche, Zahnpasta und diverse Kosmetiksachen der Tochter, Hausschuhe….. Das Bett müsste gemacht werden (wobei: der Besuch schaut mit Sicherheit nicht nach, ob es im Schlafzimmer aufgeräumt ist), ich wollte noch mal kurz durchwischen und vorher natürlich dank Hunde und Katzen auch noch mal schnell saugen. Die Kissen und die ganzen Wolldecken liegen kreuz und quer auf dem Sofa rum und….. und ich würde mich am liebsten hinter meinen Computer verkriechen, wo ja auch noch ganz viel Arbeit auf mich wartet. Aber so wird es nun mal nicht sauberer hier. Also Konzentration:

  • zuerst mal ganz kleine Schritte Richtung Ziel „Die Wohnung soll sauber aussehen“ festlegen
  • ein ganz kleiner Schritt kann sein: „Wohnzimmer aufräumen“
  • er kann aber auch sein: „Sofa freiräumen“
  • oder „Wolldecken zusammenlegen“.
  • ähnlich in der Küche: ich möchte die Küche saubermachen, aber da kommt mir noch ein Gedanke, was ich ganz, ganz superdringend am Computer zu machen habe (vielleicht eine Banküberweisung). Wie schnell sitzt man dann am Computer und bleibt dort für die nächsten drei Stunden auch sitzen – weil auch dort immer noch was dazukommt und man ja schließlich nicht soooo wild auf´s Aufräumen ist. Es sei denn …. man hält sich an die kleinen Schritte. Dann
  • nimmt man sich zuerst mal vor, das Geschirr zu spülen (nicht abzutrocknen oder wegzuräumen, sondern nur zu spülen),
  • erst dann, und wirklich erst dann, wenn das erledigt ist, dann KANN man an den Computer gehen und DANN
  • macht man wirklich auch dort nur einen einzigen Schritt, nämlich die Banküberweisung.
  • sobald die erledigt ist, kommt wieder ein Schritt in der Küche dran. Zum Beispiel: Geschirr abtrocknen. Und dann darf man wieder einen kleinen Schritt machen, der bis dahin wieder im Gehirn aufploppt und nichts mit dem Thema aufräumen zu tun hat.

Ist diese Arbeitsweise effektiv? Nein. Es geht wesentlich schneller, wenn man zuerst das Wohnzimmer komplett aufräumt, dann die Küche, dann die anderen Zimmer und am Schluss dann saugt und wischt. Anschließend hat man dann ausreichend Zeit und Muße für den Computer.

Aber: wenn man das könnte, dann hätte man dieses Problem ja gar nicht.

Und wie gesagt, wenn man all diese kleinen Schritte nacheinander geht, dann ist man immer noch schneller als der, der sich gar nicht bewegt (in diesem Beispiel also der, der am Computer sitzen bleibt und die Krise bekommt, wenn der Besuch dann klingelt und alles sieht noch genau so aus wie morgens).

Was auch klappt? Den Besuch in ein Café in der Nähe einladen 🙂

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