Wenn man den anderen sein lässt, wie er nun mal ist….

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WENN MAN DEN ANDEREN SEIN LÄSST, WIE ER NUN MAL IST….

Gerade lade ich ein Foto auf den PC und denke so vor mich hin: „Schau mal, da sind ja drei verschiedene Tiere drauf, von denen man gemeinhin sagt, sie würden sich nicht verstehen!“ Unser Hund probiert nämlich die neue Katzenhütte für unseren Balkon aus, die Katze hat es sich darauf gemütlich gemacht und erst beim Runterladen habe ich gesehen, dass im Hintergrund auch noch unser Aquarium, also auch unsere Fische zu sehen sind. Und?

Ich werde immer wieder gefragt: „Vertragen die sich auch?“ Ja, meistens. Das Geheimnis? Dürfte wohl sein, dass ich immer wieder vergesse, mir darüber überhaupt Gedanken zu machen. Den Kater vom Foto hat mein Mann von der Arbeit mitgebracht. Er hat neben einem Bauernhof gearbeitet und die Katzenmama dort ist von einem Auto überfahren worden. Fünf kleine Babykatzen waren also plötzlich ganz alleine auf dem Heuboden. Klar hat er sie mitgebracht. Der Kleinste hatte gerade mal 240 g Gewicht. Alle mit total entzündeten Äuglein und einem Riesenhunger. Dann kann ich doch nicht meine Hunde fragen, ob die einverstanden sind damit. Nix, da müssen die halt durch. Wenn die nicht wissen, dass Hunde und Katzen nicht miteinander klar kommen, dann ist es ja gut. Dann kommen die auch gar nicht erst auf dumme Gedanken.

Vor ein paar Jahren hat mein Mann mir ein neugeborenes Schäfchen angeschleppt. Das Mutterschaf hat es verstoßen und es war erst ein paar Stunden alt. Wäre ja echt nett, wenn er mir lieber Blumen mitbringen würde statt Tiere, die aufgepäppelt werden müssen. Aber nun ja…. Klar, auch dieses Tierkind habe ich großgezogen. Mit Babyflasche und Lätzchen. Mit Wärmeflasche auf dem Sofa unter meiner Wolldecke bei Bauchweh. Hätte ich meine Hunde fragen sollen, ob die das möchten? Nö, die hätten ja Nein sagen können. Stattdessen durften sie auch noch Nachtwache halten, sind schließlich Hütehunde. Einer musste immer bei Schäfchen auf dem Balkon schlafen. Alleine wollte es nicht, Schafe sind ja Herdentiere. Meine Aussiehündin hat Schäfchen in das Reisebett getrieben, dort musste es bis morgens bleiben und durfte sich nicht mucksen. Mein Bobtail hat sich selbst ins Bettchen gelegt und was das Schäfchen macht, war ihm piepegal.

Und so hatten wir alles mögliche und unmögliche Viehzeug in unserer Wohnung: freilaufende Chinchillas, die über die Hunde sprangen. Vögel und Fische. Hamster und Kaninchen in der Küche. Es hat immer geklappt. Jeder hat den anderen das sein lassen, was er ist. Nie hat jemand versucht, aus dem Schaf einen Hund zu machen. Oder aus dem Chinchilla eine Katze. Warum versuchen wir Menschen immer, aus dem anderen einen anderen Menschen zu machen? Wäre es nicht einfacher, wenn man den anderen so akzeptieren könnte, wie er nun mal von Natur aus ist?

 

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